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PETER PAUL PRINZ

Der Zauberlehrling Willibald

mit Meister Hokus, aus der legendären

WUNDERWELT.

Der österreichische

Harry Potter.

DER AUTOR

 

Wem aus meiner Generation, also Menschen, die in den 50er Jahren Kind waren, ist der Zauberlehrling Willibald aus Pinsel und Feder von Peter Paul Prinz kein Begriff? Mir sind diese Comics mit Texten in Versform in wacher Erinnerung geblieben, weil sie humorvoll waren und so manches Tabu frech gebrochen haben.

Ganz jung, 23-jährig, kam der am 12. 4. 1925 in Wien geborene Peter Paul Prinz zuerst zur Kinderzeitschrift „Kinderpost“, deren Redaktion in einer prächtigen Villa untergebracht war, dann aber gleich zur neu gegegründeten „Wunderwelt“, denn die „Kinderpost“ bot ihm zu wenig Möglichkeit zur Entfaltung für Kunst und Phantasie.

Willibald bestritt zuerst seine Abenteuer allein. Die anfangs starre Abfolge der Bilder, von links nach rechts, ließ zu wenig Raum für die Gestaltung, also ordnete Peter Paul Prinz die Bilder in drei Streifen von oben nach unten an und konnte sie nun in der Größe variieren.

Zum Zauberlehrling Willibald erfand er dessen ungeschickten Meister Hokus. Erst jetzt konnte sich der Humor so richtig entfalten, denn Kinder – und auch Erwachsene – können herzlicher darüber lachen, wenn einem Erwachsenen mancherlei Missgeschick zustößt, als wenn einem Kind etwas misslingt. Das Böse drang in die Welt der beiden in der dicklichen Gestalt des Vetter Pokus, dem nun das Allermeiste an Unglück zukam und der dadurch Hokus und Willibald entlastete.

Die Verse fielen Peter Paul Prinz am leichtesten. Schwieriger war es, eine tragfähige Idee zu entwickeln, die für zwölf Bilder genug Spielraum bot. Heute noch kann ich den einen Vers auswendig, aus einem Abenteuer der beiden, in dem Hokus eine Brille trägt, die ihm die Welt und die Menschen verschwommen zeigt. Da trifft er einen Mann auf der Straße, den er zu kennen glaubt, der sich offenbar nicht zu seinem Vorteil verändert hat:

 

„Servus, Rudi, altes Haus,

du schaust schön überwutzelt aus.“

Erstens einmal heißt er Heini

und haut ihm zweitens eine eine.

 

Genial für die 50er Jahre und eine ÖVP-nahe Kinderzeitschrift, deren Redaktionsleiter des Öfteren versuchte den jungen Mitarbeiter einzubremsen. Aber der Erfolg bei den Kindern, die Quoten, würde man heute sagen, gaben Onkel ABC, so das Redaktionspseudonym, Recht.

Onkel ABC malte auch so manches Titelbild, er gestaltete eine „Technik“-Seite, obwohl er, eigenen Worten nach, nichts von Technik verstand und versteht und eine Comicserie mit einem Kasperl namens Zipferling. ‚Malte‘ ist technisch nicht ganz richtig. Die Zeichnungen wurden in Original-Seiten-Größe mit Tusche auf technisches Pauspapier gezeichnet und mit Angaben zu den Farben versehen, die dann der Lithograph vor dem Druck beisteuerte.  

1960 endeten die Abenteuer der drei Zauberer, weil Peter Paul Prinz mit seiner eben geehelichten Frau nach Australien zog, bis 1963. In Sidney begann er in der Werbebranche zu arbeiten und schrieb einen großen Roman namens „Schattenbild“, in dem er Motive seiner Kindheit und Jugend verarbeitete. 

Bis zu seinem 60. Lebensjahr blieb er dann auch in Österreich in der Werbung, zuerst in der „Werbe Wien“, dann selbständig, Kunde war unter anderem der „Konsum“. Schon in Australien war er in Fachkreisen als „Figure Boy“ bekannt, als Werbegraphiker, der wirklich zeichnen konnte.  

Seine Ausbildung hatte er, nachdem er in den Zweiten Weltkrieg ziehen hatte müssen und es bis zum Leutnant gebracht hatte, an der Wiener Akademie der Bildenden Künste erfahren, er hatte sogar ein Malstipendium für Italien errungen, gegen die später groß gewordenen Maler der Wiener Schule Brauer, Lemden und Fuchs.

 Und sobald er in Pension war, begann er das zu tun, was er sein ganzes Leben hatte machen wollen, er begann lebensgroße Ölbilder zu malen. Akte von Frauen und Männern, in der Blüte ihrer Jugend. Man verzeihe mir diese kitschige Bezeichnung, aber so ist es. Die Bilder sind wunderschön, ihre Farben leuchten, die Körper sind wunderschön, die Möglichkeit der Sinnlichkeit andeutend, aber sich bewusst unschuldig gebend, eingebettet in eine zweite, problematischere, durch die Persönlichkeit des Künstlers gebrochene Ebene, mit Traumsymbolen, eine Welt, in der Männlichkeit und Weiblichkeit, als zwei Seiten ein und derselben Münze, vertauschbar sind. Beobachtet vom Maler Peter Paul Prinz und einmal auch von einer strengen Mutter.

Ein Bild lässt mich nicht los: Ein schönes Mädchen, ein schöner Knabe, vor ihnen eine Puppe, mit der sie gespielt haben. Im Leben, das vor ihnen liegt, vermutlich ein gemeinsames Kind. Das Spiel ist aus.

Etwa acht Bilder malte er im Jahr, bis jetzt, das heißt, dass ein großer Raum gefüllt ist mit diesen strahlenden Bildern, die auf eine Öffentlichkeit warten.

Wenn man nun die großen Ölbilder und die Aktstudien in Schwarzweiß genau betrachtet und sie mit den Kinderserien mit Hokus und Willibald und dem Clown Zipferling vergleicht, werden einem da und dort bisher nicht gesehene Tiefen und Untiefen bewusst.

 

LINK ZU ÖSTERREICHISCHE KINDER- UND JUGENDLITERATUR 1945-1960

 

J. J. Preyer

 

 

PETER PAUL PRINZ

SCHATTENBILD

 

Der große Künstlerroman

Aufstieg, Triumph und Höllenfahrt

des Knaben Christian Habersatter,

getreulich berichtet

von seinem Zwillingsbruder Albert.

 

524 Seiten, ISBN 3902291125

 

Mit Illustrationen des Autors

 

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